Altes Stadion wird moderne Sportanlage

23.11.2017 von Karl-Heinz Stolz

Quelle: Stolberger Nachrichten vom 22.11.2017; http://epaper.zeitungsverlag-aachen.de/

Stadtverwaltung legt Sanierungskonzept vor. Mehr als 1,4 Millionen Euro sollen in den nächsten beiden Jahren investiert werden.

Stolberg. Als das Stadion Glashütter Weiher 1976 eingeweiht wurde, war es ein Meilenstein für die sportliche Infrastruktur. Heute noch ist es einmalig in Stolberg. Sowohl als Wettkampfanlage für Leichtathletik, Rasen- und Ballsport, als auch im Hinblick auf den desolaten Zustand der sportlichen und baulichen Anlagen. Doch das Stadion soll wieder anknüpfen an seine früheren glorreichen Zeiten und zu einem Aushängeschild für den Sport in Stolberg werden. Die Verwaltung hat ein Sanierungskonzept erarbeitet. 1,414 Millionen Euro sollen in den Jahren 2018 und 2019 am Glashütter Weiher investiert werden. Darüber beraten der Sportausschuss am 29. November und der Bauausschuss am 14. Dezember.

tl_files/inhalte/allgemein/news/2017/20171122Stadion2.jpgVoraussetzung für eine Umsetzung ist die Berücksichtigung der Investitionen in den kommenden beiden Jahren. Am 12. Dezember wird der Stadtrat den Haushalt beschließen. Kämmerer Willi Esser erklärt, dass die „Ausgaben sowohl im konsumtiven als auch im investiven Bereich in nicht unerheblicher Höhe“ in seinem Haushaltsentwurf für die beiden Jahre berücksichtigt sind. Eine Zustimmung zumindest der Ratsmehrheit gilt als sicher, weil das Sanierungskonzept auf Basis eines Antrages der großen Koalition aus CDU und SPD erstellt worden ist.

Ihren Anfang nimmt die Modernisierungsoffensive im Dezember 2016, als Sportdezernent Robert Voigtsberger ein 1,2 Millionen Euro schweres Investitionsprogramm für die Anlagen am Dörenberg und Kranensterz sowie Glashütter Weiher vorstellt. Daraus werden in diesem Jahr Duschen und Heizungsanlage in der dortigen Sporthalle saniert. Aber die mit 200 000 Euro vorgesehene Sanierung der Umkleiden im Stadion rufen die Athleten auf den Plan: Das Geplante ist bei weitem nicht ausreichend. Im Frühjahr dieses Jahres führen Vereinsvertreter den maroden Zustand der sportlichen Anlagen im Stadion vor Augen. Anerkannt hat die Politik daraufhin zwar die Priorität dieser Maßnahme, allein im laufenden Haushalt fehlt das Geld für eine Umsetzung. Als Konsequenz wird das Sanierungskonzept auf den Weg gebracht, das umfassend die Mängel und Vorschläge zur Behebung auflisten soll.

„Mit der Umsetzung des Konzeptes können wir Schulen und Vereinen eine zeitgemäße Sportstätte bieten...“

Tobias Röhm

Techn. Beigeordneter

Erstellt wird das 33-seitige Konzept in Abstimmung zwischen den Abteilungen Tiefbau und Sport mit Vertretern destl_files/inhalte/allgemein/news/2017/20171122Stadion3.jpg Stadtsportverbandes, der Leichtathletikgemeinschaft, des FC Stolberg und der Schulen. Und es enthält laut Verwaltung alle wesentlichen Wünsche der Vereins- und Schulvertreter. Diese fordern Erhalt und Verbesserung der bestehenden Infrastruktur – mit einer Ausnahme: Die Stabhochsprunganlage, die vor wenigen Jahren ohnehin mit dem Bau des Beachvolleyballfeldes stillgelegt worden ist, kann aufgegeben werden, da sie so gut wie gar nicht genutzt werde und eine Alternative im Aachener Waldstadion bestehe.

Im Wesentlichen sind nun folgende Maßnahmen vorgesehen:

- Spielfeld: Neben einer neuen Rasendecke und Beregnungsanlage sollen die Entwässerungsrinnen erneuert werden. Das Volumen liegt bei rund 149 000 Euro.

- Entwässerung: Die Oberflächenentwässerung der Laufbahninnenseite ist ohne Funktion. Deshalb werden Randsteine neu gesetzt, eine offene Muldenrinne eingebaut und Leitungen erneuert. Das Volumen umfasst rund 67 000 Euro.

- Leichtathletik: Die Aschenbahnen und Segmentflächen sollen durch Tartanbeläge ersetzt werden. Erneuert werden der Kunststoffbelag der Anläufe für die Weitsprunganlage und die Einfassungen der Sprunggruben; beschafft werden Abdeckungen für die Gruben. Das Volumen rangiert bei 415 000 Euro.

- Gesamtanlage: Die alte Flutlichtanlage (acht Masten, 36 Strahler) soll ausgetauscht werden gegen eine neue energieeffiziente Anlage mit sechs Masten und zwölf Flutern. Plattenbeläge und Wege sollen erneuert werden. Die umlaufende Stankette wird ersetzt. Erneuert werden das Wassergrabenhindernis (weil eine Beseitigung teurer wäre) und 450 Meter Barriere. Beschafft werden neue Stoß- und Abwurfringe und hergestellt wird die Barrierefreiheit durch Überbrückungshilfen an Kanten, mit Schraffuren und Ausrüstung. Zudem sollen die Grünanlagen, die sich bis an den Rand der Laufbahn ausgedehnt haben, gelichtet werden. Das Volumen liegt bei rund 267 000 Euro.

- Tribüne: Sie erhält eine Überdachung und eine neue Wandverkleidung, die Betonstufen werden saniert. Malerarbeiten erfolgen an Tribüne und in den Umkleiden. Das Volumen liegt bei rund 135 000 Euro.

- Finanzierung: Für beide Haushaltsjahre sind jeweils 152 000 Euro im konsumtiven Bereich (z.B. Rasen-, Weitsprung-, Sprunganlagen, Barrierefreiheit) eingeplant. Im investiven Bereich (z. B. Tartanbahn, Tribünendach, Flutlicht, Entwässerung) sind 320 000 Euro für 2018 und 790 000 Euro für das Folgejahr vorgesehen.

tl_files/inhalte/allgemein/news/2017/20171122Stadion4.jpg„Mit der Umsetzung des Konzeptes erhält die Kupferstadt ein modernes Stadion, das den Schulen und Vereinen eine zeitgemäße Sportstätte bietet“, bilanzieren die Beigeordneten Tobias Röhm und Robert Voigtsberger. „Darüber hinaus wird die Infrastruktur geschaffen, wieder überregionale Meisterschaften in der Leichtathletik durchführen zu können.“ Zudem sieht der Vorschlag der Verwaltung vor, ein Unterhaltungs- und Pflegeprogramm aufzulegen, damit das dann sanierte Stadion nicht erneut seinen Glanz verliert. Außerdem ist vorgesehen, die Beschilderung zum Stadion und den Parkplätzen am Hallenbad zu verbessern.

„... und auch wieder überregionale Meisterschaften im Bereich der Leichtathletik durchführen.“

Robert Voigtsberger

Erster Beigeordneter

 

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